Fahrbericht: Volkswagen e-Up! – Das Volks-E-Auto

Nein, das ist kein kalter Kaffee! Zwar ist der Volkswagen Up bereits einige Jahre auf dem Markt – genau wie der e-Up. Doch nun gibt es ein Update mit mehr Reichweite, , wodurch das kleine Elektroauto praxistauglicher wird. Dazu noch ein günstiger Einstiegspreis. Ich durfte den neuen e-Up fahren.

Elektroauto im Alltag

Ich selbst fahre privat im Alltag seit fast vier Jahren ein Elektroauto – einen BMW i3. Selbst habe ich keinen eigenen Stellplatz mit Lademöglichkeit. Trotzdem klappt es. Mit einer Reichweite von etwa 200 bis 250 Kilometern, lade ich ein bis zwei Mal pro Woche auf. Bislang klappte es gut und der Umstieg viel mir nicht schwer. Man muss sich schon auf den neuen Antrieb einlassen und seine Fahrten vorausschauende planen. Bei mir recht einfach. Wochentags fahre ich regelmäßig dieselben Strecken und daher lassen sich Besuche an der Ladesäule leicht planen. Lange Strecken gehen dank Schnellladefunktion auch. Allerdings muss ich gestehen, dass ich für solch lange Strecken lieber auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Für die Stadt ist der Elektroantrieb jedoch perfekt. Durch das geringe Tempo und den Stop-and-go Verkehr ist der Verbrauch niedrig, so dass man in einem solchen Umfeld weit kommt.

Geladen wird der neue Volkswagen e-Up über Typ-3- oder optional über den schnellen CCS-Anschluss. In einer Stunde sind die Batterien dann auf 80 Prozent.

Nun aber zurück zum neuen Volkswagen e-Up Was seine Reichweite angeht, würde er auch gut in mein Fahrprofil passen. Diese liegt bei 260 Kilometern und wurde nach dem praxisnahen WLTP-Messverfahren ermittelt. Während der Testfahrt im spanischen Valencia bin ich zwar nicht eine solch lange Strecke gefahren, konnte aber anhand der Reichweiten- und Verbrauchsanzeige abschätzen, dass die Angegebene Reichweite durchaus realistisch ist.

Der Umstieg auf ein Elektroauto kommt für viele immer noch nicht in Frage: zu ungewohnt, zu teuer, zu wenig Reichweite. Der frische e-Up möchte es unentschlossenen leichter machen. Der Einstiegspreis beträgt 21.975 Euro. Davon lässt sich noch eine Förderprämie abziehen. Diese liegt derzeit bei 4.000 Euro und soll nach einem Beschluss der Bundesregierung auf 6.000 Euro angehoben werden. Dieses Preis-Level klingt schon mal nicht unrealistisch und ist nicht weit weg von einem vergleichbaren Kleinwagen mit konventionellem Antrieb.

Aussen alles beim alten

Optisch gibt es keine großen Überraschungen. Der Fokus beim Facelift lag bei der Technik. Auch wer Unterschiede zum Up mit Benzin-Motor sehen möchte muss schon genauer hinsehen. Da gibt es vorne einen anderen Stoßfänger mit Sichelförmigem LED-Tagfahrlicht und hinten keinen Auspuff. Der Up ist ausschließlich als Fünftürer verfügbar. Einen Dreitürer gibt es mittlerweile nicht mehr.

Volkswagen-typischer Innenraum

Auch wenn der up zu der Fahrzeugklasse der Kleinstfahrzeuge gehört, wirkt der Innenraum solide. Volkswagen-typisch herrscht Ordnung. Die Bedienelemente findet man dort, wo man sie erwartet. Nichts was Rätsel aufgibt, so dass man sich schnell zurechtfindet. Auch an der Verarbeitungsqualität ist nichts auszusetzen und auf einem deutlich höheren Niveau, als andere Modelle der Fahrzeugklasse.

Für ein Modell der Kleinstwagenklasse ist auf der Rücksitzbank ausreichend Platz. Mittlerweile bietet VW den e-up nur noch als Fünftürer an.

Die Sitze vorne sind sehr bequem und bieten guten Seitenhalt. Die Kopfstütze ist in die Rückenlehne integriert, so dass diese sich nicht separat einstellen lässt. Ebenso eingeschränkt ist die Verstellung des Lenkrades. Dieses lässt sich nur in der Höhe einstellen.

Auf der Rücksitzbank bietet Platz für zwei. Wer mehr Gepäck unterbringen möchte, kann die Rücksitzbank umlegen. So vergrößert man das Kofferraumvolumen mit variablem Boden von 251 auf bis 941 Liter.

Smartes Infotainment

In Sachen Infotainment und Navigation gibt es beim Volkswagen e-Up eine Besonderheit. Es gibt ein fest verbautes Radio – sogar mit digitalem Radioempfang (DAB+) und Bluetooth-Schnittstelle – allerdings ohne großes Touch-Display. Volkswagen hat hier eine Pfiffige Lösung: Der Fahrer nutzt sein Smartphone, welches zentral auf dem Armaturenbrett in einer speziellen Halterung abgelegt wird. Über ein Kabel verbinden sich Fahrzeug und Smartphone. Über eine eigene App lassen sich dann Fahrzeugfunktionen und Musik steuern. Natürlich kann man auch navigieren. Wie ich finde, ist das für diese Fahrzeugklasse die beste Lösung, um die Kosten niedrig zu halten. Ein Smartphone mit Navigations-App hat eh jeder dabei. Durch die im Sichtbereich fest verbrauten Halterung mit Lademöglichkeit erhält man eine optimale Integration und komfortable Bedienfunktion.

Smartes Infotainment „Volkswagen Connect“: Musik hören, navigieren oder zusätzliche Fahrzeuginfos gibt es über das eigene Smartphone.

Der E-Antrieb

Damit der e-Up. auf die 260 Kilometer Reichweite kommt wurde die Gesamtkapazität der Batterien verdoppelt und beträgt nun 32,3 kWh. Das Leergewicht beträgt lediglich 1.235 kg. Das sind 165 mehr als beim Benziner. Aufgeladen wird der e-Up über einen Typ-3-Stecker. Optional gibt es auch eine Schnellladefunktion über CCS (+625 Euro). Die Ladedauer ist abhängig von der bereitgestellten Leistung. Über den Typ-3-Stecker an der heimischen Wallbox benötigt man etwa fünfeinhalb Stunden. Über den CCS-Schnelllader sind es nur knapp eine Stunde um die Batterien wieder auf mindestens 80 Prozent zu laden. Zur Not kann man auch an jeder gewöhnlichen Steckdose laden. Das dauert natürlich länger.

Fahreindruck

Viel anders, fährt man nicht mit dem elektrischen Antrieb, nur besser! Besser ist vor allem das Beschleunigen. Der Elektroantrieb mit seinem Drehmoment von 220 Newtonmeter schiebt ohne Zugkraftunterbrechung ordentlich voran und das bereits von Anfang an. Der Kleinwagen lässt sich flott durch die Stadt zirkeln.

Rekuperation für das Plus an Reichweite

Noch mehr Spaß kommt auf, wenn man den Gangwahlhebel von D auf B stellt. Nun kommt echtes Elektroauto-Feeling auf. Die Intensität der Rekuperation ist nun so hoch, dass das Fahrzeug spürbar verzögert und auch die Bremsleuchten angehen, wenn man vom Gaspedal geht. Mit diesem Fahrmodi lässt sich der e-up! fast bis zum Stillstand bringen – beispielsweise an der Ampel. Nur für den letzten Moment, zum kompletten anhalten, muss noch die Bremse betätigt werden.

Effizienter fährt man in Fahrstufe „B“. Dann rekuperiert der e-Up deutlich stärker und erhöht somit die Reichweite.

Günstiger Preis dank höherer Förderung

Die Preise beim Volkswagen e-Up beginnen bei 21.975 Euro für die Ausstattungsvariante Basic und 23.000 Euro für die hier getestete Variante Style. Wer sich für den e-Up entscheidet, profitiert schon bald von der steigenden Förderung für Elektroautos. Derzeit beträgt die Förderung noch 4.000 Euro, doch bald soll diese auf 6.000 Euro angehoben werden. Diese Fördersumme setzt sich aus zwei Anteilen zu je 3.000 Euro zusammen, die sich der Staat und der Fahrzeughersteller teilen. Im günstigsten Fall kommt kann man also bereits ab 15.975 Euro e-Up fahren.

Ist sie auch noch so klein: Auch wenn der Volkswagen e-Up sehr übersichtlich ist, kann eine Rückfahrkamera hilfreich sein.

Ausstattung

Bei den Ausstattungsvarianten hat man die Wahl zwischen Basic und Style. Die Grundversion hat 14 Zoll Stahlräder, einem höhenverstellbaren Fahrersitz und einer asymmetrisch umklappbaren Rückbank. Sinnvoll ist beispielsweise das Fahrerassistenzpaket für 495 Euro, welches Parksensoren hinten, eine Rückfahrkamera und eine Geschwindigkeitsregelanlage beinhaltet. Die Schnellladefunktion mit CCS-Anschluss beträgt 625 Euro. Das Winterpaket für 414 Euro mit Frontscheibenheizung und beheizbaren Vordersitzen sollte definitiv nicht fehlen.

Fazit: Daumen hoch!

Ich muss gestehen, ich habe den up! immer etwas unterschätzt. Der Volkswagen up! ist ein ausgereiftes Auto und mit der neuen großen Batterie ein gut nutzbares Elektrofahrzeug zu einem super fairen Preis. Die Qualität so, wie man es von einem Volkswagen erwartet. Platz und Komfort stimmen ebenfalls. Nichts also, worauf man verzichten müsste. Die Praxisreichweite von 260 Kilometern dürfte für viele Pendler reichen und im Innerstädtischen Verkehr ist ein solches Fahrzeug ideal.

Tipp: Leasing-Angebot!

Obwohl ich mir lieber ein Auto kaufen wollte, habe ich mich die letzten Male doch für das Leasing entschieden. Gerade in der aktuellen Situation ist es nicht so riskant. Ein weiterer Vorteil ist die Laufzeit – vor allem, wenn man unsicher ist, ob der Elektroantrieb das passende für einen ist. Volkswagen bietet für den e-Up gute Leasingkondition ab 159 Euro monatlich ohne Sonderzahlung an. Hinzu kommen lediglich Kosten für eine Vollkaskoversicherung.

Das farblich abgesetzte Dekor „Sharkskin“ auf der Armaturentafel gibt es in der höheren Ausstattungslinie Style.
Für die hinteren Plätze gibt es Ausstellfenster.
Das Kofferraumvolumen ist für einen Kleinwagen vollkommen ok. Mit 251 Litern passt genau so viel rein, wie bei der Benzin-Variante. Dank des doppelten Ladebodens und der umklappbaren Rücksitzbank kann der Gepäckraum variabel genutzt werden.

Für dich vielleicht ebenfalls interessant...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.